Ladenöffnungsgesetz: Bundesrat missachtet Widerstand

Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten?

Trotz Widerstand der Kantone und der Gewerkschaften will der Bundesrat ein Gesetz für landesweit einheitliche Mindest-Ladenöffnungszeiten durchboxen. Für die Unia ist diese Verschlechterung der Arbeitsbedingungen nicht akzeptabel.

Bei der Umsetzung der Motion Lombardi, die in der ganzen Schweiz einheitliche Ladenöffnungszeiten durchsetzen will, setzt sich der Bundesrat über den breiten Widerstand fast aller Kantone und der Gewerkschaften hinweg.

Gemäss seinem Entwurf für das neue Bundesgesetz über die Ladenöffnungszeiten (LadÖG) sollen vom Boden- bis zum Genfersee und von Basel bis nach Chiasso die Läden werktags von 6 bis 20 Uhr und samstags von 6 bis 19 Uhr geöffnet sein. Gegenüber heute bedeutet das eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in mindestens zwei Dritteln aller Kantone.

Geringschätzung gegenüber Arbeitnehmenden und Kantonen

Obwohl sich die meisten Kantone und die Gewerkschaften gegen diesen Entwurf stellten, hält der Bundesrat daran fest. Dies zeigt, wie wenig Wertschätzung er den Anliegen des Verkaufspersonals entgegenbringt, wird doch diese «Harmonisierung» in erster Linie auf ihrem Rücken durchgeführt: Immer längere Arbeitstage sind familienfeindlich, erhöhen den Stress und schaden der Gesundheit.

Zudem setzt sich der Bundesrat über Volksentscheide in zahlreichen Kantonen hinweg. In den letzten Jahren wurden 13 von 15 Vorlagen für längere Ladenöffnungszeiten abgelehnt.