Europäische Lohnkampagne

Langsam kommt Europa aus dem wirtschaftlichen Tief heraus, das seit der Wirtschaftskrise von 2008 herrscht. Viele Unternehmen fahren zum Teil satte Gewinne ein. Höchste Zeit, dass auch die Arbeitnehmenden davon profitieren. Deshalb hat der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) eine länderübergreifende Lohnkampagne lanciert.

Reallohnabbau in vielen Ländern

Zwischen 2010 und 2016 mussten die Lohnabhängigen in elf EU-Ländern einen Abbau bei den Reallöhnen in Kauf nehmen. Minus 10 Prozent waren es in Spanien, minus 20 Prozent in Griechenland, aber auch in Belgien, Österreich und Grossbritannien sind die Reallöhne gesunken. Das heisst konkret, die Arbeitnehmenden mussten den Gürtel enger schnallen. Und dies, obwohl die Produktivität in dieser Zeit zugenommen hat.

Europa braucht höhere Löhne

Damit auch die Lohnabhängigen vom sich abzeichnenden Aufschwung profitieren, hat der Europäische Gewerkschaftsbund die Kampagne «Europe needs a pay rise» («Europa braucht eine Lohnerhöhung») gestartet. Ziel sind Lohnerhöhungen, aber auch die Bekämpfung von Ungerechtigkeiten wie die fehlende Lohngleichheit zwischen Mann und Frau, miese Löhne für Jugendliche oder die teils eklatanten Lohnunterschiede zwischen einzelnen europäischen Ländern.

Der Aufschwung beginnt im Portemonnaie

Die irische Gewerkschafterin Esther Lynch, welche die Kampagne leitet, hält fest: «Unser Aufschwung beginnt im Portemonnaie». Sie setzt dabei vor allem auf Verbesserungen in den Gesamtarbeitsverträgen. «Individuelle Bittgänge führten nicht weit. Gerade die Gesamtarbeitsverträge haben in den letzten Jahren unter dem Diktat der europäischen «Troika» und der Sparpolitik gelitten». Die Kampagne läuft bis Mitte 2018.