Lohnschere hat sich 2016 weiter geöffnet

Finanzhai

Die Lohnschere in der Schweiz hat sich weiter geöffnet. In letzten Jahr wuchsen die CEO-Saläre im Schnitt zehnmal stärker als die Löhne der Beschäftigten. Die Differenz zwischen den tiefsten und höchsten Löhne in grossen Schweizer Unternehmen hat sich 2016 weiter geöffnet und beträgt 1:165 (1:150 im Vorjahr).

Die CEO-Löhne stiegen im letzten Jahr um durchschnittlich 7 Prozent oder fast zehn Millionen Franken auf insgesamt 188 Millionen Franken. Die Arbeitnehmenden hingegen mussten sich mit einem Plus von 0,7 Prozent begnügen.

Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie an der Spitze

Am extremsten sind die Lohnunterschiede mit 1:237 in der Nahrungsmittelindustrie –insbesondere wegen des fürstlichen Honorars von Nestlé-CEO Paul Bulke: 11,2 Mio. Franken (+23%). Platz geht an die Chemie- bzw. Pharmabranche (1:217). Bei den Einzelfirmen ist Roche Spitzenreiterin (1:266), dicht gefolgt von der UBS (1:264).

UBS-Ermotti bleibt Top-Abzocker

Den ersten Platz unter den Abzockern nimmt wie bereits im Vorjahr UBS-CEO Sergio Ermotti ein. Mit 13,2 Millionen 2’16 kam er trotz minimem Rückgang immer noch auf eine ansehnliche Summe (-4%).

Jährliche Unia-Studien

Die Unia publiziert jedes Jahr Daten zur Entwicklung der Lohnschere in der Schweiz. Dabei nimmt sie die Löhne von 40 grossen Schweizer Unternehmen unter die Lupe und vergleicht den höchsten Lohn im Unternehmen (meinst des CEO) mit dem tiefsten im selben Unternehmen bezahlten Lohn.