Lohnschere 2017 – viel Geld für 38 Männer und nur eine Frau

Finanzhai

Die Lohnschere ist im Jahr 2017 leicht zurück gegangen, ist aber nach wie vor auf einem hohen Niveau: 1:143 (1:164 im Vorjahr). Mit Ausnahme von Jasmin Staiblin, fliessen die Managerlöhne in die Taschen von Männern – allen voran UBS-Chef Sergio Ermotti. Auch fünf Jahre nach der Annahme der Abzocker-Initiative hat sich an der Situation wenig geändert.

Die Unia hat die Schere zwischen den höchsten und tiefsten Löhnen in den 39 grössten Unternehmen untersucht. Die Schere ging um 14 Prozent zurück, betrug jedoch immer noch 1:143 (1:164 im Vorjahr). Top-Abzocker bleibt einmal mehr UBS-CEO Sergio Ermotti. Er hat sogar 3,6 Prozent mehr verdient als im Vorjahr und einen Bruttolohn von 14'202'000 Franken nach Hause genommen.

Wo sind die Frauen?

Ein trauriges Bild bietet sich hinsichtlich den Frauen in den Chefetagen – weibliche CEOs sucht man vergebens. Die einzige Ausnahme: Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin. Mit einem Einkommen von knapp 2 Millionen Franken besetzt sie jedoch den unteren Drittel der Rangliste. Das ist symptomatisch für die immer bestehende Untervertretung der Frauen in Führungspositionen. Und auch mit ein Grund, dass Frauen insgesamt immer noch rund 18,1 Prozent weniger verdienen als Männer.

Geld, das man sinnvoller einsetzen könnte

Die durchschnittlichen Managerlöhne blieben hoch – daran hat auch die Abzocker-Initiative nichts geändert, die 2013 von der Schweizer Stimmbevölkerung angenommen wurde. Zwar gingen die Gewinne der untersuchten Unternehmen um 24 Prozent zurück, doch die CEO-Vergütungen reduzierten sich durchschnittlich nur um 3,4 Prozent.

Insgesamt haben die 39 CEOs 172 Millionen Franken erhalten. Zählt man die Vergütungen der weiteren Mitglieder der Geschäftsleitungen dazu, ergibt das eine Summe von fast 1 Milliarde Franken. Ein Vergleich: Mit 1 Milliarde Franken kann die Jahresausgabe der wirtschaftlichen Sozialhilfe für 100‘000 Empfänger/innen finanziert werden.

Jährliche Studie der Unia

 Die Unia publiziert jedes Jahr eine Studie zur Entwicklung der Lohnschere in der Schweiz. Dabei nimmt sie die Löhne der 39 grossen Schweizer Unternehmen unter die Lupe und vergleicht den höchsten Lohn (meist den des CEO) mit dem tiefsten Lohn im selben Unternehmen.