Asbest – ein weltweiter Skandal

Zahlreiche Arbeiter ohne Schutzmasken schweissen am Strand von Chittagong (Bangladesch) alte Schiffe auseinander.

Asbest ist ein gefährliches Material: Tausende sind schon daran gestorben. Trotzdem kommen weltweit noch immer rund 125 Millionen Arbeiter/innen mit dem krebserregenden Material in Kontakt, insbesondere in ärmeren Ländern.

Gemeinsam mit dem Hilfswerk Solidar Suisse setzt sich die Unia für einen besseren Schutz der Beschäftigten und ein weltweites Verbot von Asbest ein.

Jedes Jahr: 220‘000 Tote wegen Asbest

In der Schweiz ist Asbest seit 1989 verboten. Noch immer sterben bei uns jährlich 120 Personen an den Folgen von Asbest. Viele Länder kennen kein Verbot – die Industrien verwenden Asbest noch immer bedenkenlos. Mit verheerenden Folgen. Mehr als 220‘000 Menschen sterben jedes Jahr an asbestbedingten Krankheiten.

Arbeiter/innen in Bangladesch unterstützen

In der Hafenstadt Chittagong in Bangladesch (Südasien) leben über 100‘000 Menschen von der Verschrottung alter Schiffe. Ihr Job gehört laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) zu den gefährlichsten der Welt. Die Arbeitsbedingungen sind miserabel, die Löhne tief. Tödliche Unfälle, Verletzungen und arbeitsbedingte Erkrankungen sind an der Tagesordnung. Oft sind die Arbeiter/innen auch Asbest ausgesetzt. Man schätzt, dass jede/r Dritte durch den Kontakt mit dem krebserregenden Material erkrankt ist. Solidar Suisse, die lokale Gewerkschaftsstiftung OSHE und die Unia unterstützen betroffene Arbeiter/innen.

Die Schweiz entsorgt billig im Ausland

Auch Schweizer Reedereien lassen in Bangladesch, Pakistan und Indien ausgediente Schiffe billig entsorgen. Zum Beispiel: MSC, die zweitgrösste Reederei der Welt mit Sitz in Genf. Wir fordern, dass sie dafür sorgen, dass diese Schiffe unter menschenwürdigen Bedingungen und umweltschonend abgewrackt und gefährliche Materialien wie Asbest fachgerecht entfernt und entsorgt werden.

Weissasbest gehört auf die Liste der gefährlichen Handelsgüter

Asbest muss weltweit verboten werden. Dafür setzen wir uns zusammen mit den internationalen Gewerkschaftsorganisationen IndustriALL und BHI (Bau- und Holz-Internationale) ein. Insbesondere soll das gefährliche Weissasbest auf die Liste der gefährlichen Handelsgüter der «Rotterdam Konvention» gesetzt werden. Zusammen mit Solidar Suisse unterstützen wir zudem das asiatische Netzwerk Aban. Aban organisiert in ganz Asien Bildungs- und Informationsaktivitäten für Gewerkschafter/innen und andere Aktivist/innen, die sich für ein Asbestverbot und für eine bessere Prävention engagieren.