Hintergrund

Für die Fussball-WM 2022 stampft Katar Stadien, Hotels, Flughäfen, Strassen, U-Bahnen und andere Infrastrukturbauten aus dem Boden. Zehntausende Arbeiter, vor allem aus Nepal, Indien, Bangladesch und den Philippinen, haben jahrelang unter sklavenähnlichen Bedingungen in der Wüste geschuftet. Über 1‘400 Arbeiter sind auf den katarischen Baustellen seit der WM-Vergabe gestorben.

Protest der Gewerkschaften hat gewirkt

Die Gewerkschaften der Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI), der auch die Unia angehört, fordern seit langem die Respektierung der Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen für die Bauarbeiter. Im Herbst 2016 willigten die katarischen Behörden ein, dass künftig Arbeitsinspekteur/innen die Stadion-Baustellen besuchen dürfen. Ende 2017 kündigten sie an, dass das Kafala-System (das die Arbeiter in extremer Abhängigkeit vom Arbeitgeber hielt) abgeschafft wird und künftig Arbeitnehmervertretungen zugelassen werden.

FIFA bekennt sich zu Verantwortung

Auch die FIFA hat unter dem Druck der Gewerkschaften eingelenkt. Die OECD-Richtlinien zum Schutz der Arbeitnehmenden werden künftig ein Kriterium bei der WM-Vergabe sein. Dazu wurde ein eigener Artikel in die FIFA-Statuten integriert.

Unia wird auf Umsetzung achten

Katar und die FIFA sind jetzt gefordert, ihre Zusagen umzusetzen. Die Unia wird die Situation weiter genau verfolgen und sich im Rahmen der BHI-Aktivitäten für die Rechte der Arbeitsmigranten in Katar einsetzen.