GAV MEM 2018

Industrie-Demo in Bern 2012

Der neue GAV MEM ist ausgehandelt

Die Sozialpartner der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) haben sich auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geeinigt. Der neue GAV MEM ist seit dem 1. Juli 2018 in Kraft.

Der neue GAV MEM bringt zahlreiche Fortschritte, darunter einen automatischen Teuerungsausgleich, eine Ausbildungsoffensive und einen besseren Schutz für ältere Arbeitnehmer/innen. Die von den Arbeitgebern geforderte Erhöhung der Arbeitszeit auf 42 Stunden/Woche hat die Unia erfolgreich abgewehrt.

Dies sind die wichtigsten Neuerungen

Automatischer Teuerungsausgleich und erstmalige Kontrolle der Mindestlöhne

Im neuen GAV ist das Prinzip festgeschrieben, dass die Mindestlöhne jährlich und automatisch der Teuerungsentwicklung angepasst werden. Bei Negativteuerung werden die Löhne hingegen nicht gesenkt. Die tiefsten Mindestlöhne der so genannten Region C (Tessin etc.) werden zusätzlich zum automatischen Teuerungsausgleich jährlich um CHF 30.- erhöht. Zudem wird die Einhaltung der Mindestlöhne in sämtlichen GAV-unterstellten Unternehmen von Revisionsgesellschaften flächendeckend kontrolliert.

Förderung der Frauen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Im neuen GAV MEM wird der Wiedereinstieg von Frauen ins Berufsleben gefördert (vorübergehende Arbeitszeitreduktionen bei Familienpflichten oder Unterstützung bei der Organisation ausserfamiliärer Kinderbetreuung). Neu ist auch die Verteilung von Teilzeitpensen auf mehrere Tage möglich (z.B. 60% auf 4 anstatt 3 Tage).

Ausbildungsoffensive für Erwachsene durch die neue «MEM-Passerelle 4.0»

Ein Novum ist die «MEM-Passerelle 4.0». Sie basiert auf einem Konzept der Unia. In dieser Passerelle wird die «Erwachsenen-Berufslehre» geschaffen. Sie ist ein konkretes Instrument dar, das die Arbeitenden bei der Weiterbildung unterstützt und ihnen neue persönliche und berufliche Perspektiven eröffnet.

Förderung und Schutz älterer Arbeitnehmer/innen

Ein neuer Artikel zwingt die Unternehmungen, jede beabsichtigte Kündigung eines älteren Arbeitnehmers individuell zu prüfen und alternative Lösungen zur Kündigung zu suchen. Zudem wird die Kündigungsfrist um einen Monat für Arbeitnehmer ab 55 Jahren und 10 Dienstjahren verlängert.

Krisenartikel

Der sogenannte Krisenartikel ermächtigt die Arbeitgeber, die Arbeitszeit unter klar definierten Umständen zu erhöhen. Hier konnte die Anwendung von 30 Monaten auf maximal 24 Monate reduziert werden. Zudem müssen die Arbeitgeber den Gewerkschaften neu verbindlich und schriftlich Angaben zu den Motiven der Anwendung unterbreiten.