Bau: Landesmantelvertrag und Rente mit 60

Vertragsabschluss im Bau: Der neue Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) tritt auf 1. Januar 2019 in Kraft. Die Rente mit 60 ist gesichert, die Bauarbeiter erhalten eine anständige Lohnerhöhung.

Nach langen, zähen Verhandlungen und einer intensiven Protestbewegung während des ganzen Jahres – mit den Höhepunkten Bau-Demo vom Juni und den Protesttagen im Herbst, haben sich die Gewerkschaften Unia und Syna und der Baumeisterverband geeinigt. Die Rente mit 60 ist gesichert und der Landesmantelvertrag (LMV) wird mit wenigen Verbesserungen erneuert. Zudem erhalten die Bauarbeiter in den kommenden zwei Jahren Lohnerhöhungen von je 80 Franken. Der neue LMV tritt auf den 1. Januar 2019 in Kraft.

Druck der 18'000 Bauarbeiter hat gewirkt!

Während Monaten hatten die Baumeister Verhandlungen über die Sicherung der Rente mit 60 verweigert. Dann wollten sie einen Kahlschlag bei der Frühpensionierung: Rentenalter 62 oder 30 Prozent weniger Rente. Doch sie hatten die Rechnung ohne die Bauarbeiter gemacht. Am 23. Juni demonstrierten in Zürich 18‘000 Bauarbeiter aus allen Teilen der Schweiz und machten klar: Sie sind bereit, für die Rente mit 60, gegen Lohndumping und gegen überlange Arbeitstage, die ihre Gesundheit gefährden, zu kämpfen.

Impressionen der Demo

Grösste Protestbewegung seit über zehn Jahren


Nach der Demo hatten die Baumeister ihre radikalen Abbauforderungen bei der Frührente zwar zurückgezogen. Doch im gleichen Atemzug versuchten sie, die Bauarbeiter zu erpressen: Für einen Vertragsabschluss forderten sie die faktische Abschaffung der Arbeitszeitregeln – und gefährdeten damit Gesundheit und Leben der Bauarbeiter. So nicht! Über 15‘000 Bauarbeiter im ganzen Land legten deshalb im Oktober und November ihre Arbeit nieder. Dies war ein entscheidendes Zeichen, weit über die Baubranche hinaus:

Zusammenstehen lohnt sich – uniti siamo forti!