Die Proteste gehen weiter: In Genf demonstrieren rund 2500 Bauarbeiter

Tag zwei der schweizweiten Bau-Proteste: In Genf legten rund 2500 Bauarbeiter ihre Arbeit nieder, um gegen die unverantwortlichen Forderungen der Baumeister zu protestieren. An einer Versammlung haben die Bauarbeiter zudem beschlossen, ihren Protest auch am Folgetag weiterzuführen.

Die Genfer Bauarbeiter wehrten sich gegen den Angriff des Schweizerischen Baumeisterverbandes auf ihre Gesundheit und Würde, gegen Lohndumping und für die Rente mit 60. Am Morgen früh versammelten sie sich auf dem Place des Vingt-Deux-Cantons und zogen dann weiter zur Pont du Mt. Blanc. 

Unhaltbare Forderungen der Baumeister

An einer Medienkonferenz mitten auf der Brücke erklärte José Sebastiao, Bau-Verantwortlicher der Unia Genf: «Die Baumeister versuchen die Bauarbeiter mit unhaltbaren Forderungen zu erpressen. Nun wollen sie sogar den Mindestlohn aushebeln.»

Stopp Lohndumping

Der neuste Vorschlag des Baumeisterverbandes will, dass ausländische Firmen «Praktikanten» ohne Mindestlohn arbeiten lassen können. «Das öffnet Lohndumping Tür und Tor und ist eine Katastrophe für alle Schweizer Baufirmen», führte Sebastiao weiter aus.

Gegen die ausufernde Temporärarbeit

Die Gewerkschaften fordern eine Reduktion der Temporärarbeit, die vor allem für ältere Arbeitnehmende mit Lohneinbussen und Unsicherheit verbunden ist. In Genf sind Baustellen, auf denen mit über 70 Prozent Temporär-Angestellten gearbeitet wird, keine Seltenheit.

Gesundheit der Bauarbeiter ist nicht käuflich

Die Gewerkschaften verlangen ausserdem eine Beschränkung der heute schon überlangen Arbeitstage, um die Gesundheit der Bauarbeiter zu schützen. Die Gewerkschaften fordern den Baumeisterverband auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und sich endlich lösungsbereit zu zeigen.

Genfer Protest geht morgen weiter

An einer Versammlung am Nachmittag haben die Bauarbeiter beschlossen, ihren Protest mindestens bis am nächsten Tag zu verlängern. «Dies zeigt die Wichtigkeit des Landesmantelvertrags und der Rente mit 60 für den Bau», kommentierte Alessandro Pelizzari, Regioleiter der Unia Genf.