Beschäftigte von Leclanché Capacitors erkämpfen würdigen Sozialplan

Gestern Abend erzielten die von der Unia unterstützten Beschäftigten und die Leitung der Mersen-Gruppe (seit Mitte 2018 Eigentümerin von Leclanché Capacitors) eine Einigung über einen Sozialplan. Dieser wurde heute Morgen auf einer Betriebsversammlung der Angestellten einstimmig angenommen. Der massiv verbesserte Sozialplan sieht Abfindungen von bis zu 15 Monatsgehältern vor. Der Verhandlung ging ein elftägiger Streik voraus, nachdem die Schliessung des Standorts angekündigt worden war.

Die Entschlossenheit der zwölf Beschäftigten von Leclanché Capacitors in Yverdon-les-Bains (VD) hat sich ausgezahlt. Ihre Bewegung führte zu einem umfangreichen Sozialplan zugunsten aller 17 Angestellten des Unternehmens. Sie erhalten je nach Dienst- und Lebensalter eine Abfindung von zwischen fünf und 15 Monatsgehältern. Der Arbeitgeber zahlt zudem die vollen BVG-Beiträge für eine Angestellte, die kurz vor der Pensionierung steht. Für Beschäftigte mit Kinderbetreuungspflichten sind zusätzliche Entschädigungen vorgesehen.

Intensive Verhandlungen

Die Einigung erfolgt, nachdem die Beschäftigten als Reaktion auf die Ankündigung der Verlagerung des Unternehmens nach Deutschland elf Tage streikten. Anschliessend intervenierte die kantonale Schlichtungs- und Schiedsstelle für kollektive Arbeitskonflikte. Der Arbeitgeber hatte die kantonale Stelle am 12. Oktober eingeschaltet, und der Streik wurde drei Tage später beendet. Eine Delegation von Vertreter*innen des Personals und Gewerkschaftssekretär*innen führte mit der Unternehmensleitung von Mersen intensive Verhandlungen, um die Auswirkungen der Stellenverluste nach der Betriebsschliessung Ende Jahr abzumildern. Trotz des guten Sozialplans bedauern die Beschäftigten und die Unia die Verlagerung des Betriebs und das Verschwinden der Arbeitsplätze.