Mehr Lohn und mehr Personal für Langzeitpflege, Detailhandel und Logistik

Heute finden in der ganzen Schweiz Unia-Aktionen für bessere Arbeitsbedingungen in essentiellen Berufen statt. Dabei sind Aktivist*innen aus Verkauf, Langzeitpflege und Logistik. Die Unia fordert endlich eine angemessene Prämie sowie eine Lohnerhöhung; mehr Personal und mehr Zeit sowie allgemeinverbindliche und flächendeckende Gesamtarbeitsverträge (GAV).

Die Schweiz steckt mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Die Angestellten aus Verkauf, Pflege und Logistik haben sich kaum von der anspruchsvollen und erschöpfenden Situation im Frühling erholt. Nun sind sie wieder herausgefordert. Team-Ausfälle aufgrund von Erkrankungen und Quarantäne bedeuten Mehrarbeit für die, welche die Stellung halten. Auch psychisch ist die Situation belastend: Pflegende in Altersheimen haben es mit Bewohner*innen zu tun, die oft nicht mehr besucht werden dürfen; Verkäufer*innen schlagen sich mit schwieriger Kundschaft herum. Viele befürchten, dass sie sich anstecken und das Virus nach Hause bringen.

Applaus zahlt die Miete nicht

Die schwierige Situation in diesen Berufen trifft vor allem Frauen. Sie leisten eine eminent wichtige Arbeit für die Grundversorgung der Schweiz. Auch ohne Pandemie haben sie tiefe Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen. Dazu kommt die skandalöse Lohndiskriminierung.

Im Frühling applaudierten viele für die Angestellten, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten und unter Personalmangel, Stress und gesundheitlicher Gefährdung leiden. Von Applaus kann aber niemand leben. Mehr denn je ist es nun an der Zeit, zu handeln. Die zweite Welle bricht mit voller Wucht über die Schweiz ein. Wieder sind es Verkäufer*innen, Pflegende und Logistiker*innen, welche die Grundversorgung sicherstellen – sie spielen dabei die Hauptrolle.

Jetzt Löhne rauf auf 4000 Franken

Neben einer Prämie für den Einsatz während der letzten Monate fordert die Unia:

  • Endlich eine Lohnerhöhung – keine Löhne unter 4000 Franken (x13, bei einer 40-Stunden-Woche).
  • Deregulierungen und prekäre Arbeitsverhältnisse stoppen: mehr Personal, mehr Zeit.
  • Mehr Schutz dank allgemeinverbindlichen und flächendeckenden GAV.

Aktionen in der ganzen Schweiz und auf dem Bundesplatz

In der ganzen Schweiz machen heute Aktivist*innen sowie Mitarbeiter*innen der Unia mit Aktionen auf ihre Anliegen aufmerksam. Dies selbstverständlich unter Einhaltung der geltenden Corona-Bestimmungen. Die Unia ist Teil des Bündnisses «Gemeinsam mit dem Gesundheitspersonal» und beteiligt sich heute gemeinsam mit dem VPOD, dem SBK, der Syna und anderen Organisationen an der Aktion auf dem Bundesplatz für bessere Arbeitsbedingungen für Angestellte in Gesundheitsberufen. Denn gerade die Angestellten in der Langzeitpflege, die von der Pandemie stark betroffen sind, brauchen rasch Verbesserungen, um weiterhin eine gute Pflege zu garantieren.

Auf der Unia-Facebook-Seite gibt es im Verlauf des Tages Bild- und Filmmaterial.