Vorgeschichte der Unia

Die Gewerkschaft Unia ist in einer Fusion aus vier Vorgängergewerkschaften entstanden: dem SMUV, der GBI, dem VHTL und der unia. Das Unia-Archiv im Schweizerischen Sozialarchiv konnte aus den Beständen dieser Gewerkschaften gegründet werden.

Gewerkschaft SMUV


Die Mitglieder des 1915 gegründeten Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiter-Verbandes (SMUV) arbeiteten sowohl in exportorientierten Grossbetrieben als auch im Gewerbe: Spengler, Schlosser, Giesser und Modellschreiner, Feilenhauer, Schmiede und Wagner, Dachdecker und Uhrenarbeiter; später die Beschäftigten des Elektroinstallations- und Autogewerbes sowie von Energie- und Rüstungsbetrieben. Nach harten Arbeitskämpfen in den 1920er und 1930er Jahren und heftigen internen Diskussionen setzte sich im SMUV die Idee der Sozialpartnerschaft durch. Das 1937 mit dem «Friedensabkommen» in der Metall- und Maschinenindustrie eingeleitete Modell des absoluten Arbeitsfriedens stiess aber mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel und dem Mitgliederrückgang ab Mitte der 1970er Jahre an seine Grenzen.

 

Besonderes im SMUV-Archiv

  • Umfangreiche Firmendossiers.
  • Akten der Vorläuferorganisationen sowie des Verbandes der Bekleidungs- und Lederarbeiter (VBLA).
  • Bestände aus den SMUV-Sektionen.
  • Periodika, Broschüren, Pressespiegel sowie Tonund Bilddokumente.

Historische Filme

Im Schweizerischen Sozialarchiv befinden sich auch die historischeren Filme der ehemaligen Gewerkschaft SMUV. Alle Filme liegen auf DVD vor und können im Medienraum des Sozialarchivs visioniert werden. >> Verzeichnis (pdf)

Gewerkschaft GBI


1922 bildeten die Holz- und die Bauarbeiter gemeinsam den Schweizerischen Bau- und Holzarbeiter-Verband (SBHV). Der SBHV, ab 1974 Gewerkschaft Bau und Holz (GBH), vertrat die Arbeitnehmer in den kleinbetrieblich und binnenwirtschaftlich ausgerichteten Bau-, Holz- und Planungsbranchen: Maurer, Maler, Gipser, Schreiner, Zementwaren-, Ziegelei- und keramische Industrie, das Marmor- und Granitgewerbe, Kaminfeger und Gleisbauer sowie das Theaterpersonal. Die GBH war eine traditionell kämpferische Organisation mit einer ausgeprägten Streik- und Demonstrationskultur. In den Jahren der Hochkonjunktur nach dem Zweiten Weltkrieg öffnete sie sich den zahlreich einwandernden ausländischen Arbeitnehmenden. 1993 fusionierte die GBH mit der Gewerkschaft Textil, Chemie, Papier (GTCP) zur Gewerkschaft Bau & Industrie (GBI), die damit zur national mitgliederstärksten Arbeitnehmerorganisation wurde.

 

Besonderes im GBI-Archiv

  • Umfassende Branchenakten.
  • Ins 19. Jahrhundert zurückreichende Bestände der Vorläuferorganisationen.
  • Akten zu Streiks und Demonstrationen.
  • Von der GBI erarbeitete Konzepte zu Arbeitssicherheit, flexiblem Arbeitsrücktritt, etc.
  • Vielfältiges Material der GBI-Jugend.

Gewerkschaft VHTL


Der 1915 gegründete Verband der Handels-, Transportund Lebensmittelarbeiter (VHTL) organisierte die Müller, Tabakarbeiter, Küfer, Gärtner, die Brauerei-, Metzgerei- und Molkereimitarbeiter, die Fuhrleute und Kutscher, Kohlenarbeiter, Gebäudereiniger, Hafenarbeiter, Magaziner, Packer und Ausläufer. Aufgrund der heterogenen Branchenstruktur und des raschen Strukturwandels in den Dienstleistungsbranchen brachen die Mitgliederzahlen des VHTL ab Mitte der 1960er Jahre ein.

 

Besonderes im VHTL-Archiv

  • Umfangreiches Archiv der Gesamtarbeitsverträge.
  • Werbebroschüren, Tätigkeitsberichte der Sektionen.
  • Fotografien aus den 1950er und 1960er Jahren, die den Arbeitsalltag in den Branchen dokumentieren.

Gewerkschaft unia


Die Dienstleistungsgewerkschaft unia (nicht zu verwechseln mit der heutigen Unia) wurde 1996 von der GBI und vom SMUV gegründet, um den Aufbau im privaten Dienstleistungssektor voranzutreiben. Vom VHTL wurde sie zunächst als Konkurrenz wahrgenommen.

 

Besonderes im unia-Archiv

  • Kampagnen zu Sonntagsarbeit, «Arbeit auf Abruf» und Ladenöffnungszeiten.