Arbeitszeit und Stress

Arbeitszeit und Stress

Stress und Gesundheit

Arbeitsbedingter Stress und Burnouts haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

Stress und Arbeitsbelastung betreffen alle

Die Arbeitswelt verändert sich. Das hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und das Privatleben. Die zunehmenden psychosozialen Risiken finden zu wenig Beachtung.

Umfrage zu Stress

Die Gewerkschaft Unia hat im Herbst 2016 eine Online-Befragung bei büronahen, unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen durchgeführt und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die Unia verlangt, dass die parlamentarischen Initiativen Graber und Keller-Sutter (mehr im Download der Dokumentation) gestoppt werden. Zugleich braucht es eine Verbesserung der Situation.

Unmotiviert, ausgelaugt, und körperlich angeschlagen

Die Unia-Umfrage zeigt: Arbeitsbedingter Stress kommt in büronahen Dienstleistungsberufen sehr häufig vor und hat oft negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten. Viele fühlen sich deshalb unmotiviert, ausgelaugt, nervös und gereizt oder körperlich angeschlagen. Als Hauptgründe für den Stress geben viele Zeit- und Leistungsdruck, überlange Arbeitstage und arbeiten in der Freizeit an.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • In büronahen Dienstleistungsberufen fühlen sich 70% der Beschäftigten am Arbeitsplatz Stress ausgesetzt und können sich auch in der Freizeit schlecht abgrenzen.
  • Der arbeitsbedingte Stress hat negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit: Viele Beschäftigte fühlen sich aufgrund des Stresses unmotiviert, ausgelaugt, nervös und gereizt oder körperlich angeschlagen.
  • In der Hälfte der Betriebe sind Gesundheitsmanagement und Stressprävention kein Thema.
  • Arbeitsrechtliche Standards wie Arbeitszeiterfassung, Überstundenkompensation etc. werden teilweise nicht konsequent eingehalten.
  • Arbeitsbedingtem Stress kann durch eine gesundheitsförderliche Betriebskultur vorgebeugt werden: In Betrieben, die Stress thematisieren, sind die Beschäftigen weniger anfällig.

Resultate der Online-Befragung zu Stress und Gesundheit am Arbeitsplatz in büronahen Dienstleistungsberufen (PDF)

Ausbau statt Abbau des Gesundheitsschutzes

Die Unia wird sich mit allen Mitteln gegen die gefährlichen Parlamentarischen Initiativen Graber und Keller-Sutter wehren. Die Unia fordert, dass die parlamentarische Kommission des Nationalrates, welche die Vorstösse demnächst berät, die Resultate berücksichtigt und auf Verschlechterungen im Arbeitsgesetz verzichtet. Denn um den effektiven Belastungen der Arbeitnehmenden Rechnung zu tragen muss der Gesundheitsschutz nicht ab- sondern ausgebaut werden.

Die Unia fordert:

  • Effektiver Vollzug des Arbeitsgesetzes und Verstärkung der Kontrollen
  • Verstärkung des Gesundheitsschutzes und der Arbeitszeitpolitik in Gesamtarbeitsverträgen
  • Mitwirkungspflichten in den Betriebe müssen eingehalten werden
  • Verbesserungen bei neuen Arbeitsformen notwendig
  • Widerstand gegen Verschlechterungen des Arbeitsgesetzes

Die ausführlichen Forderungen der Unia (PDF)

Dokumentation

An einer Medienkonferenz am 16.1.2017 hat die Unia die Umfrageresultate präsentiert sowie die daraus resultierenden Forderungen und vorgestellt.