Die Unia am Strike for Future: Zeit für den ökosozialen Umbau!

Ökologischer Umbau kann nur zusammen mit einem gesellschaftlichen Umbau für mehr soziale Gerechtigkeit funktionieren. Dafür gehen heute Klima-Aktivist*innen und Gewerkschafter*innen gemeinsam auf die Strasse.

Der sich zuspitzende Klimanotstand ist das Resultat einer ungezügelten, erdölbasierten Profitwirtschaft. Und er ist Ausdruck extremer Ungleichheit: Die reichsten 10 Prozent der Welt verursachen über die Hälfte aller Treibhausgasemissionen.

Umgekehrt leiden die Menschen in den ärmeren Ländern sowie die einfachen Arbeitnehmenden und die sozial Schwächeren in Ländern wie der Schweiz am meisten unter den Folgen: Fernab von klimatisierten Büros sind Arbeitende z.B. auf dem Bau, im Gartenbau oder im Gastgewerbe der zunehmenden Hitze zuvorderst ausgesetzt.

Niemand wird zurückgelassen

An einem Umbau der Wirtschaft in Richtung nachhaltige Produktion und Mobilität führt darum kein Weg vorbei. Dieser Umbau darf aber auf keinen Fall auf Kosten der sozial Schwächeren gehen. Wer heute schon wenig verdient und in prekären Arbeitsverhältnissen um die Existenz kämpfen muss, darf sicher nicht auch noch mit unsicheren Zukunftsperspektiven und Arbeitsplatzverlust den Preis für die Klimawende bezahlen.

Ökologischer Umbau kann nur zusammen mit einem gesellschaftlichen Umbau für mehr soziale Gerechtigkeit funktionieren. Deswegen fordert die Unia heute am Strike for Future gemeinsam mit der Klimastreikbewegung:

  • Investitionen in die die Schaffung von nachhaltigen, gesunden und stabilen Arbeitsplätzen in der «Green Economy».
  • Eine Stärkung des Service public, insbesondere im Transportwesen und im Energiesektor.
  • Eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich für die unteren und mittleren Einkommen: So reduzieren wir unseren ökologischen Fussabdruck und steigern zugleich die Lebensqualität um ein Vielfaches.
  • Niemand wird zurückgelassen: Ökosozialer Umbau heisst Überwindung der Arbeitslosigkeit mit Aus- und Weiterbildungsoffensiven und einem öffentlich finanzierten Angebot für sinnvolle, grüne Jobs.

Unia-Aktionen in der ganzen Schweiz

Die Unia ist an Mobilisierungen des Strike for Future in der ganzen Schweiz dabei. In Neuchâtel und in Fribourg sprechen im Anschluss an den Klima-Alarm um 11:59 Uhr Unia-Mitglieder (Place Georges-Python in Fribourg und Place Pury in Neuchâtel) und in Bern zeigen in der Unia organisierte Gärtner*innen, was sie in ihrem Beruf für eine klimagerechte und nachhaltige Zukunft leisten – und wie wir alle mitmachen können: «Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Der nächstbeste ist jetzt!» (Bahnhof Bern beim Baldachin, ab 11Uhr).

Klimastreikende im Gespräch mit Büezer*innen

Bereits im Vorfeld des Strike for Future haben Klimastreikende in Begleitung der Unia Baustellen besucht und sind mit den Arbeiter*innen in Gespräche getreten über die Verbindung ökologischer und sozialer Kämpfe.

«Diese Begegnungen waren sehr interessant. Die Klimastreikenden haben ein ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Fragen und verstehen die besonderen Herausforderungen der Arbeitswelt. Und die Bauarbeiter sind von der Klimakrise direkt betroffen und nehmen diese sehr ernst. Das ist eine gute Grundlage für eine verstärkte Zusammenarbeit, auch über den 21. Mai hinaus», sagt François Clément, Co-Regionalsekretär der Unia Fribourg.