Gewerkschaftliches Engagement bei DPD in Meyrin (GE) trägt Früchte

Die Unia kämpft gemeinsam mit den DPD-Fahrer*innen für bessere Arbeitsbedingungen.

Erfolg für die Unia und das Komitee Respect@DPD, die seit Monaten Transparenz und die Einhaltung der Gesetze bei DPD fordern: Der Paketzusteller hat zahlreiche Fahrer*innen des Depots in Meyrin (GE) direkt angestellt. Leider bleiben die Grenzgänger*innen aussen vor.

Am 14. September 2021 gab ein DPD-Sprecher in der TV-Sendung «Kassensturz» bekannt, dass DPD mit einem Grossteil der Fahrer*innen des Depots in Meyrin (GE) direkte Arbeitsverträge abgeschlossen hat. Damit rückt DPD erstmals von dem System der systematischen Auslagerung an Subunternehmen ab, das in den anderen zehn Depots in der Schweiz vorherrscht.

Die Organisierung der Fahrer*innen im Depot und die intensive Gewerkschaftsarbeit der Unia haben dazu geführt, dass viele Fahrer*innen jetzt direkt von DPD angestellt wurden. Dies ist ein Erfolg für die Unia und das Komitee Respect@DPD, die seit langem Transparenz und die Einhaltung der Gesetze fordern.

Wir bleiben dran

Die Unia wird die Entwicklung weiter genau beobachten, um sicherzustellen, dass die im Rahmen dieser neuen Verträge geleisteten Überstunden tatsächlich bezahlt werden und dass nicht einfach ein neues Modell des systematischen Lohnklaus ein altes ersetzt.

Grenzgänger*innen bleiben aussen vor

Leider hat DPD beschlossen, nur in der Schweiz lebende Fahrer*innen anzustellen. Die zahlreichen Grenzgänger*innen haben einen Vertrag über eine Temporärfirma erhalten. So entzieht sich DPD seiner sozialen Verantwortung für diese Arbeitnehmenden, die in den letzten Jahren, insbesondere während der Corona-Krise, eine enorme Arbeitsleistung für das Unternehmen erbracht haben. Es ist ein echter Schlag ins Gesicht für die vielen Fahrer*innen, die sich in einer ungewissen Lage wiederfinden.

Viele Probleme bleiben

Aber auch bei den in der Schweiz lebenden Arbeitnehmenden gibt es weiterhin Probleme. Neue Fahrer*innen werden nicht sofort bei DPD angestellt, sondern arbeiten in den ersten Monaten über dieselbe Temporärfirma. Erst danach werden sie direkt von DPD beschäftigt.
Mit diesem Vorgehen entzieht sich DPD zu Beginn des Arbeitsverhältnisses seiner Verantwortung als Arbeitgeber. Es ist damit nicht gewährleistet, dass für die neuen Beschäftigten Beiträge für die 2. Säule bezahlt werden. DPD richtet damit eine Art «Probezeit» ein, während der die Firma Geld spart. Das geht nicht: Als Arbeitgeber müsste DPD jede/n Arbeitnehmenden ab dem ersten Arbeitstag anstellen, wie es in der Schweiz üblich ist.

DPD hat die nötigen Mittel

Im Jahr 2020 steigerte DPD, begünstigt durch die Pandemie und die Zunahme des Online-Handels, seinen Umsatz um 42 Prozent. Für das Depot Meyrin hat das multinationale Unternehmen eine beeindruckende Flotte von brandneuen Elektrofahrzeugen erworben. Geld gibt es bei DPD offensichtlich genug. Es ist höchste Zeit, dass die Menschen, die diesen Reichtum geschaffen haben – die Fahrer*innen – am Erfolg des Konzerns teilhaben.

DPD muss daher weitere Fahrer*innen direkt anstellen und die Arbeitszeiten und die Löhne strikt kontrollieren – auch bei den Subunternehmen. Der Konzern darf seine Profite nicht mehr auf dem Buckel der Arbeitnehmenden erwirtschaften. Die Unia und die DPD-Fahrer*innen kämpfen deshalb weiter für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der ganzen Schweiz!