Erwerbsersatzordnung (EO)

Die Erwerbsersatzordnung (EO) deckt einen Teil des Lohnausfalls für Dienstleistende. Die Mutterschaftsentschädigung (MSE), und ab 1. Januar 2021 die Vaterschaftsentschädigung (VSE) fallen ebenfalls unter die EO. Erfahren Sie hier die Voraussetzungen, Dauer und Höhe der Entschädigung.

Wer Militärdienst, Zivildienst oder Zivilschutz leistet, erhält durch die Erwerbsersatzordnung (EO) einen Teil des Verdienstausfalls. Seit 2005 fällt die Mutterschaftsentschädigung in die EO, ab 1. Januar 2021 auch die Vaterschaftsentschädigung.

Die EO ist, wie die AHV und IV eine obligatorische Versicherung. Die Beiträge werden nach dem gleichen Prinzip erhoben.

Erwerbsausfallentschädigung für Dienstleistende

Egal, ob Sie in der Schweiz oder im Ausland wohnen: Sie haben Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigungen. Und zwar (vgl. offizielle Kriterien bei der AHV) für jeden:

  • besoldeten Diensttag in der schweizerischen Armee, im Zivilschutz und im Rotkreuzdienst;
  • anrechenbaren Diensttag im Zivildienst;
  • Kurstag bei eidgenössischen oder kantonalen Kaderbildungskursen von Jugend und Sport, für den Sie ein Taggeld erhalten;
  • Kurstag für Leitende von Jungschützenkursen, für den sie den Funktionssold erhalten.

Höhe der Erwerbsausfallentschädigung

Als erwerbstätige Person erhalten Sie 80 Prozent Ihres durchschnittlichen Lohnes vor dem Dienst. Dazu kommen die Kinderzulagen, maximal 245 Franken pro Tag.

Arbeiten Sie nicht, beträgt die Gesamtentschädigung maximal 123 Franken pro Tag, bei bestimmten Gradänderungsdiensten maximal 172 Franken pro Tag.

Die Betriebszulage (ohne Kürzung) sowie die Zulagen für Betreuungskosten erhalten Sie zusätzlich zur Gesamtentschädigung.

> Berechnen Sie hier Ihre EO.
> Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen und Unterlagen bei der AHV.

Mutterschaftsentschädigung

Die Mutterschaftsentschädigung ist im Schweizer Recht Müttern vorbehalten, die das Kind austragen.

Unter dieser Voraussetzung erhalten Sie eine Mutterschaftsentschädigung, wenn Sie zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Kindes (vgl. offizielle Kriterien bei der AHV):

  • Arbeitnehmerin oder selbstständig erwerbend sind;
  • im Betrieb des Ehemannes/der eingetragenen Partnerin, der Familie oder des/der Konkubinatspartner*in mitarbeiten und einen Barlohn vergütet erhalten;
  • arbeitslos sind und entweder ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung beziehen oder die Voraussetzungen für den Erhalt der Taggelder erfüllen;
  • infolge Krankheit, Unfall oder Invalidität arbeitsunfähig sind und deswegen Taggeldleistungen einer Sozial- oder Privatversicherung beziehen, sofern dieses Taggeld auf einem vorangegangenen Lohn berechnet wurde;
  • in einem gültigen Arbeitsverhältnis stehen, aber keine Lohnfortzahlung oder Taggeldleistung erhalten, weil der Anspruch ausgeschöpft ist.

Laden Sie beim Staatsekretariat für Wirtschaft (SECO) das PDF «Mutterschaft und Arbeitszeitgestaltung» herunter. Es hilft Ihnen bei der Gestaltung der Arbeitszeit. Denn bei schwangeren und stillenden Personen muss der Arbeitgeber ihre Situation berücksichtigen.

> Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen und Unterlagen zur Mutterschaftsentschädigung.

Dauer und Höhe der Entschädigung für Personen, die ein Kind austragen

Ihr Anspruch beginnt am Tag der Geburt Ihres Kindes und endet spätestens nach 14 Wochen (98 Tagen). Sind Sie länger im Spital, können Sie beantragen, dass Ihr Anspruch erst mit der Heimkehr des Kindes beginnt. Falls Sie Ihre Arbeit früher aufnehmen oder sterben, endet der Anspruch vorzeitig.

Die Mutterschaftsentschädigung beträgt 80 Prozent Ihres durchschnittlichen Einkommens vor der Niederkunft, aber höchstens 196 Franken pro Tag. Berechnen Sie hier Ihren Anspruch.

Achtung: Dies sind die gesetzlichen Mindestbestimmungen. Je nach Arbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gelten die darin vereinbarten Bestimmungen. In manchen GAV ist die Dauer länger.

Vaterschaftsentschädigung

Die Vaterschaftsentschädigung ist Personen vorbehalten, die rechtlich als Vater anerkannt sind.

Ab 1. Januar 2021 ist auch die Vaterschaftsentschädigung Teil der Erwerbsersatzordnung. Als Vater haben Sie Anspruch darauf, wenn Sie zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Kindes (vgl. offizielle Kriterien bei der AHV):

  • Arbeitnehmer oder selbständig erwerbend sind;
  • im Betrieb der Ehefrau/des eingetragenen Partners, der Familie oder der/desKonkubinatspartner*in mitarbeiten und einen Barlohn vergütet erhalten;
  • arbeitslos sind und ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung beziehen;
  • wegen Krankheit, Unfall oder Invalidität arbeitsunfähig sind und Taggeldleistungen einer Sozial- oder Privatversicherung beziehen (sofern dieses Taggeld auf einem vorangegangenen Lohn berechnet wurde);
  • in einem gültigen Arbeitsverhältnis stehen, aber keine Lohnfortzahlung oder Taggeldleistung erhalten, weil der Anspruch ausgeschöpft ist;
  • Dienst leisten und arbeitslos sind, ohne dass sie ein Arbeitslosentaggeld beziehen, aber eine genügende Beitragszeit haben, die Anspruch auf ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung gäbe.

Dauer und Höhe der Entschädigung für Väter

Sie haben Anspruch auf die Vaterschaftsentschädigung, wenn Sie rechtlich als Vater eines neugeborenen Kindes anerkannt sind (gilt auch für Anerkennung in den sechs Monaten nach der Geburt). Sie können 14 Taggelder innert sechs Monaten nach der Geburt beziehen.

Die Vaterschaftsentschädigung beträgt 80 Prozent Ihres durchschnittlichen Einkommens vor der Niederkunft, aber höchstens 196 Franken pro Tag.

Achtung: Dies sind die gesetzlichen Mindestbestimmungen, je nach Arbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gelten die darin vereinbarten Bestimmungen. In manchen GAV ist die Dauer länger.

> Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen und Unterlagen zur Vaterschaftsentschädigung.