Schreiner*innen kämpfen für ein gesundes und würdevolles Leben im Alter

Schreinerinnen und Schreiner an einer Demo

Ab 1. Januar 2021 stehen Schreiner*innen ohne Gesamtarbeitsvertrag (GAV) da. Denn die Schreinermeister wollten den GAV nicht erneuern – sie haben ihr Wort gebrochen.

Aktuell: Unterschreibe jetzt die Petition!

Für einen starken GAV mit Frühpensionierung

Was ist passiert?

Im Frühsommer 2020 erzielten die Sozialpartner des Schreinereigewerbes nach drei Jahren Verhandlungen mit harten Diskussionen einen Durchbruch: Sie einigten sich auf einen GAV mit neu einem Frührentenmodell. Dafür boten die Gewerkschaften Hand für eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit. Die Mitglieder der Unia stimmten dem neuen Vertrag schnell zu – die Arbeitgeber hingegen schickten das Paket bachab.

Für die Unia ist klar: Das Verhandlungspaket ist ein ausgewogenes Ganzes und muss auch als solches zur Abstimmung stehen. Einzelabstimmungen über Teile des Pakets, wie sie der Verband der schweizerischen Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) seinen Mitgliedern vorgelegt hat, sind ein mieser Trick ohne Nutzen und hinterlassen einen Scherbenhaufen.

Was bringt ein GAV?

Ein GAV ist ein Vertrag zwischen Gewerkschaften auf der einen Seite und Arbeitgeberverbänden oder einem Arbeitgeber auf der anderen. Mit einem GAV gibt es Mindestlöhne sowie Arbeitsbedingungen, die weiter gehen als das Gesetz. Erklärt der Bund einen GAV für allgemeinverbindlich, gilt der GAV gar für alle Betriebe, die in der Schweiz arbeiten, egal ob diese in der Schweiz oder im Ausland ihren Sitz haben. Der GAV Schreiner war allgemeinverbindlich. Mit einem GAV gibt es auch Kontrollen und bei Verstössen Strafen, um die Regeln durchzusetzen. Lohndumping hat so keine Chance.

Wichtiges Frührentenmodell

Die Frührente für Schreiner*innen ist für die Angestellten wichtig: Sie hilft einerseits, ältere Mitarbeitende länger in der Branche zu halten und ermöglicht diesen anderseits, gesund und in Würde in den Ruhestand zu treten.

Denn Schreiner*innen haben einen körperlich anstrengenden Beruf. Auch Unfälle sind häufig. Viele leiden unter Berufskrankheiten, z.B. chronischen Atemwegserkrankungen oder körperlichen Schäden. Deshalb geben viele Schreiner*innen ihren Beruf vorzeitig auf. Oder sie sind auf Invalidenrente angewiesen. 

Mit einem Frührentenmodell in der Schreinerbranche können ältere Mitarbeitende fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung das Pensum reduzieren und/oder zwei Jahre früher in Rente gehen. Sie erhalten eine Überbrückungsrente von 60 Prozent.

Schliess dich uns an!

Die Schreiner*innen der Unia sind schockiert, dass der Arbeitgeberverband VSSM seine sowieso schon exponierte Branche in einen vertragslosen Zustand stürzte. Damit öffnen Schreinermeister und Möbelfabrikanten Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor.

Die Schreiner*innen sind bereit, für einen GAV und für ein gesundes und würdevolles Leben im Alter zu kämpfen! Schliess dich uns an – gemeinsam sind wir stark!

Melde dich bei der Unia in deiner Region