Schreiner*innen brauchen einen GAV

Kämpferische Schreiner und Schreinerinnen demonstrieren an der Bahnhofstrasse in Zürich.

Das Schreinergewerbe steht vor einem Scherbenhaufen: Seit Anfang 2021 haben die Beschäftigten keinen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mehr. Jetzt haben die Unia-Mitglieder grünes Licht erteilt, es geht zurück an den Verhandlungstisch.

Seit Anfang 2021 ist der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) im Schreinergewerbe nicht mehr in Kraft. Das heisst: Für die Schreiner*innen gelten nur noch die Mindeststandards des Schweizer Gesetzes. Das obwohl die Unia mit dem VSSM einen neuen GAV und eine fortschrittliche Alterslösung ausgehandelt hat. Anstatt des guten neuen GAV und des verhandelten Vorruhestandsmodells (VRM) steht die Branche nun vor einem Scherbenhaufen.

Jetzt drohen Lohndumping, Preiszerfall und Chaos. Die Schreiner*innen fordern den Verband Schweizer Schreinermeister (VSSM) auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen. Die Unia will zusammen mit den Arbeitgebern eine gute Lösung für die Arbeitsbedingungen in der Branche verhandeln.

Was ist passiert?

Letztes Jahr hat sich Unia mit dem VSSM auf einen neuen GAV und ein Vorruhestandsmodell (VRM) geeinigt. Die Unia-Mitglieder haben diesem Paket zugestimmt. Nicht so die Schreinermeister: Sie haben ihr Wort gebrochen und das Paket abgelehnt. Da der alte GAV letztes Jahr auslief, gibt es in der Branche nun keine verbindlichen Arbeitsbedingungen mehr.

Warum braucht es einen GAV?

Die Schreinerbranche braucht einen GAV, damit die Spiesse für alle Betriebe gleich lang sind. Egal, ob ein Schweizer oder ein ausländischer Betrieb: Alle müssen die Schweizer Löhne einhalten. Das gewährleistet nur ein GAV. Fällt dieser Lohnschutz weg, können fiese Chefs deutlich billigere Offerten machen und auf dem Buckel ihrer Angestellten die Preise drücken. Das wollen wir nicht!

Ein guter GAV entlastet auch die Betriebe. Ersichert viele administrative Belange und vereinfacht der Personalabteilung die Arbeit.

Unia will verhandeln

Es braucht jetzt eine gute Lösung. Darum haben die Unia-Mitglieder für neue Verhandlungen grünes Licht erteilt. Wir wollen zurück an den Verhandlungstisch und für alle eine gute Lösung erarbeiten. Auch die Schreinermeister wollen sichere Arbeitsbedingungen und gute Löhne. Darum muss ihr Verband jetzt zeigen, dass er bereit ist, fair und konstruktiv zu verhandeln.

Wichtiges Frührentenmodell

Die Frührente für Schreiner*innen ist für die Angestellten wichtig: Sie hilft einerseits, ältere Mitarbeitende länger in der Branche zu halten und ermöglicht diesen anderseits, gesund und in Würde in den Ruhestand zu treten.

Denn Schreiner*innen haben einen körperlich anstrengenden Beruf. Auch Unfälle sind häufig. Viele leiden unter Berufskrankheiten, z.B. chronischen Atemwegserkrankungen oder körperlichen Schäden. Deshalb geben viele Schreiner*innen ihren Beruf vorzeitig auf. Oder sie sind auf Invalidenrente angewiesen. 

Mit einem Frührentenmodell in der Schreinerbranche können ältere Mitarbeitende fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung das Pensum reduzieren und/oder zwei Jahre früher in Rente gehen. Sie erhalten eine Überbrückungsrente von 60 Prozent.

Faktencheck Vorruhestandsmodell für die Schreinerbranche

Schliess dich uns an!

Die Schreiner*innen der Unia sind schockiert, dass der Arbeitgeberverband VSSM seine sowieso schon exponierte Branche in einen vertragslosen Zustand stürzte. Damit öffnen Schreinermeister und Möbelfabrikanten Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor.

Die Schreiner*innen sind bereit, für einen GAV und für ein gesundes und würdevolles Leben im Alter zu kämpfen! Schliess dich uns an – gemeinsam sind wir stark!

Melde dich bei der Unia in deiner Region