Jetzt braucht es Garantien

Der Verkauf der Spezialchemiesparte LSI der Lonza an ein internationales Konsortium aus den Finanzgesellschaften Bain Capital und Cinven verheisst nichts Gutes. Schliesslich sind Kapitalgesellschaften nicht für eine nachhaltige Investitionspolitik, sondern vielmehr für kurzfristiges Renditestreben bekannt. Jetzt braucht es Garantien für die Arbeitsplätze im Wallis.

Nach Monaten der Suche hat der Pharmazulieferer Lonza offensichtlich einen Käufer für seine Spezialchemiesparte (Lonza Specialty Ingredients, LSI) gefunden. Ein Konsortium aus den Finanzgesellschaften Bain Capital und Cinven soll den Bereich im zweiten Halbjahr 2021 übernehmen. Über die Folgen für die rund 2800 Mitarbeitenden an 17 Standorten schweigen sich die beteiligten Unternehmen bisher aus.


Entsprechend beunruhigt sind die Gewerkschaften Unia und Syna, die den Prozess bisher eng begleiten haben. "Kapitalgesellschaften suchen den kurzfristigen Gewinn. Für Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen hat das zumeist grosse negative Auswirkungen", sagt Teresa Dos Santos Lima-Matteo, Branchenleiterin chemische und pharmazeutische Industrie bei der Gewerkschaft Unia. Und Johan Tscherrig, Zentralsekretär bei der Gewerkschaft Syna, fügt an: "Jetzt braucht es Garantien seitens der Lonza. Sie kann sich nicht einfach durch die Hintertür verabschieden."

 

Die Gewerkschaften Unia und Syna fordern deshalb von Lonza beziehungsweise von Bain Capital und Cinven:

  • Eine Garantie für die Standorte und die Arbeitsplätze Visp und Basel für mindestens die nächsten 10 Jahre;
  • die Weiterführung des bestehenden Gesamtarbeitsvertrages und den jetzt gültigen Anstellungsbedingungen;
  • vollständige Transparenz über den geplanten Verkauf (Zeitplan, Businessplan, kurz- mittelfristig- und langfristige Strategie) gegenüber den Personalvertretungen und Sozialpartnern;
  • Mitwirkung der Gewerkschaften, der Personalvertretungen sowie der gesamten Belegschaft;
  • Besitzstandesgarantien sowie der bisherigen Leistungen der Pensionskassen.

Gemeinsame Medienmitteilung der Gewerkschaften Unia und Syna