Streik bei Smood weitet sich auf eine dritte Stadt aus

Während der Streik der Kurier*innen von Smood in Yverdon und Neuenburg weitergeht, haben auch die Beschäftigten in Nyon (VD) beschlossen, heute Abend in den Streik zu treten. Seit 18 Uhr findet eine Aktion in Nyon statt. Die Forderungen sind dieselben wie in den anderen Städten: Die Kurier*innen wollen eine respektvolle Arbeitsplanung und dass alle gearbeiteten Stunden bezahlt werden. Smood muss seinen Beschäftigten zuhören und auf Verhandlungen eintreten.

In Nyon werden die Kurier*innen von Smood über die Temporärfirma Simple Pay angestellt. Diese wurde 2018 eigens gegründet, um Personal für Smood zu rekrutieren. An einer Versammlung am Nachmittag beschlossen die Kurier*innen, in den Streik zu treten. Mit einer Aktion und einem Streikposten traten sie um 18 Uhr in Nyon vor die Öffentlichkeit. Sie schliessen sich damit ihren Kolleg*innen an, die in Yverdon (seit Dienstag) und in Neuenburg (seit Donnerstag) streiken.

Arbeiten wie im 19. Jahrhundert? Nein!

Neben anderen Problemen kreiden die Beschäftigten bei Simple Pay und Smood eine respektlose Planung der Arbeitseinsätze an: Ein neues, vom Arbeitgeber eingeführtes System zwingt sie dazu, sich jeden Morgen um 4 Uhr anzumelden, um am selben Tag Einsätze zu ergattern, während sie im alten System ihre Einsatzpläne im Voraus erhielten. Hinzu kommen bei Smood, einem strategischen Partner der Migros, zahlreiche unbezahlte Überstunden.

Die Forderungen der Kurier*innen:

  • Bezahlung aller Arbeitsstunden, nicht nur der effektiven Lieferzeit
  • Einführung eines Entschädigungssystems für die Verwendung privater Fahrzeuge, das den tatsächlichen Auslagen entspricht
  • Ein gerechtes und verlässliches System für die Planung und Erfassung der Arbeitszeit
  • Schluss mit willkürlichen Strafen

Petition zur Unterstützung des Streiks lanciert

Die Streikenden bei Smood und die Unia haben auf www.unia.ch/smood-de eine Petition zur Unterstützung der Kurier*innen lanciert. Sie rufen die Bevölkerung auf, ihre Unterstützung für die Streikenden auszudrücken und die Petition an Smood zu unterschreiben. Smood muss seinen Beschäftigten endlich zuhören und sich an den Verhandlungstisch setzen, um eine Lösung zu finden.