Smood-Kurier*innen legen auch in Sion und Martigny die Arbeit nieder

Die Streikbewegung der Kurier*innen von Smood weitet sich aus. Heuten haben sich die Beschäftigten von Smood in Sion und Martigny dem Streik angeschlossen. Sie fordern die korrekte Bezahlung ihrer Arbeitsstunden und der Spesen für die Benutzung privater Fahrzeuge. Zudem verlangen sie, dass ihnen die Arbeitsplanung zwei Wochen im Voraus mitgeteilt wird, wie dies das Gesetz verlangt.

Der Streik hat heute Morgen um 10 Uhr mit einer Medieninformation und einem Streikposten auf dem Place du Midi in Sion begonnen. Die Walliser Kurier*innen haben Unterstützung von ihren Kolleg*innen aus Yverdon (im Streik seit vergangenem Dienstag), Neuenburg (im Streik seit Donnerstag) und Nyon (im Streik seit Montag) erhalten – eine Delegation von Streikenden aus der Waadt und aus Neuenburg ist auch vor Ort in Sion.

Überall dieselben Probleme

Die Kurier*innen von Smood beklagen überall in der Schweiz dieselben Probleme: tiefe Löhne, zu tief angesetzte Spesenentschädigung, undurchsichtige Verwaltung der Trinkgelder durch das Unternehmen, mangelhafte Arbeitszeiterfassung. Dieselben und weitere Missstände gibt es auch an den Standorten, wo die Kurier*innen über den Personalverleiher Simple Pay angestellt sind. Zudem hat Smood ein neues Planungsinstrument eingeführt, das die Beschäftigten zwingt, sich jeden Morgen um 4 Uhr anzumelden, um ihren Einsatzplan für den Tag zu erhalten. Das ist illegal, denn in Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1) ist klar festgehalten, dass die Arbeitszeiten in der Regel zwei Wochen im Voraus mitgeteilt werden müssen.

Smood muss über eine Lösung für alle verhandeln

Die gleichzeitigen Proteste der Kurier*innen in verschiedenen Regionen zeigen, dass es sich bei Smood um verbreitete Probleme handelt. Es ist absolut notwendig, dass Smood mit einer gewählten Delegation der Beschäftigten und der Gewerkschaft Unia an den Verhandlungstisch sitzt, um eine kollektive Lösung zu finden und im ganzen Unternehmen einen gesetzeskonformen Zustand herbeizuführen.

Unterstützung aus der Bevölkerung

Bei ihren Streikposten und auch online erfahren die Kurier*innen viel Unterstützung aus der Bevölkerung. Eine am Wochenende lancierte Petition zur Unterstützung der Kurier*innen (www.unia.ch/smood-de) wurde bereits hunderte Male unterzeichnet.