Höhere Mindestlöhne für Schreiner*innen

Der Gesamtarbeitsvertrag für die Schreinerinnen und Schreiner wurde erneuert. Nach einem Jahr Stillstand haben die Delegierten der Gewerkschaften Unia und Syna und der Verband schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikaten (VSSM) dem neuen Gesamtarbeitsvertrag zugestimmt. Er tritt auf den 1. Januar 2022 in Kraft.

Die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften Unia und Syna und dem Verband schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) sind abgeschlossen. Nach monatelangem Stillstand einigten sich die Vertragsparteien auf ein Paket bestehend aus einem GAV für die Jahre 2022 bis 2025, einem GAV Weiterbildung und Gesundheitsschutz und einer «Letter of intent». In den kommenden Jahren wollen die Vertragsparteien insbesondere über eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mögliche Modell einer Entlastung älterer und langjähriger Mitarbeitenden verhandeln.

Der neue GAV 2022-2025 baut auf den Ende 2020 ausgelaufenen GAV auf und ist bis Ende 2025 befristet. Inhaltlich wurden diverse Anpassungen vorgenommen. Die wichtigsten betreffen:

  • Die Mindestlöhne für gelernte Schreiner*innen steigen um 1% auf neu Franken 5'111.
  • Langjährige und ältere Arbeitnehmende werden besser vor Kündigung geschützt;
  • Schärfe Sanktionen für fehlbare Unternehmen stärken den Lohnschutz.

Unia-Verhandlungsleiter Giuseppe Reo zeigt sich zufrieden mit dem neuen Gesamtarbeitsvertrag: «Nach Monaten des Stillstands bringt der neue Gesamtarbeitsvertrag der Branche Sicherheit und schützt die Schreinerinnen und Schreiner vor Lohndumping und einer Erosion ihrer Arbeitsbedingungen.»

Neuer GAV beendet vertragslosen Zustand

Anfang 2021 lief der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das Schreinergewerbe aus. Hintergrund war, dass der Verband schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) in einer internen Abstimmung Ende November 2020 das gemeinsame Verhandlungspaket mit überarbeitendem GAV und neu einem Frührentenmodell abgelehnt hatte. Die Mitglieder der Unia und der Syna stimmten dem Paket hingegen zu. Seither hatte die Schreinerbranche keinen Gesamtarbeitsvertrag mehr.

Ohne Gesamtarbeitsvertrag drohten der Branche Lohndumping, eine generelle Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und unter Druck der ausländischen Konkurrenz ein deutlich stärkerer Preiskampf. Vor diesem Hintergrund forderten 2’435 Schreinerinnen und Schreiner in einer Petition Mitte Jahr und anlässlich mehrerer Protestkundgebungen den Arbeitgeberverband VSSM auf, an den sprichwörtlichen Tisch zurückzukehren und Hand zu einem neuen Gesamtarbeitsvertrag zu bieten.