Bündner Obstproduzent beutet Erntehelfer*innen aus

Die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer*innen sind skandalös. Der Kanton muss dringend eingreifen.

Die Angestellten in der Landwirtschaft sind ungenügend vor Lohndumping und Ausbeutung geschützt. Das zeigt der Skandal beim Beerenproduzenten Beiner + Berther AG. Mit einer Protestaktion in Landquart forderte die Unia: Der Kanton muss die Gesetze durchsetzen und die Kontrollen verbessern!

Die Firma Beiner + Berther AG in Landquart ist einer der grössten Obstproduzenten der Schweiz und beliefert unter anderem Coop, Migros, Denner aber auch Hotels, Altenheime und Spitäler.

Skandalöse Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen derjenigen, die auf den Feldern chrampfen, sind skandalös:

  • Verunfallte und erkrankte Erntehelfer*innen werden zur Weiterarbeit gezwungen, sonst droht die Kündigung.
  • Betroffene berichten von Gewalt und Drohungen gegenüber Erntehelfer*innen;
  • Die Unterkünfte und Sanitäreinrichtungen sind untragbar – was gerade in Zeiten einer Pandemie verheerend ist! (Videos im Bericht von «work»)
  • Die Löhne sind erschreckend tief und werden durch illegale Abzüge weiter gedrückt.
  • Überstunden müssen ohne Zuschläge geleistet werden. Und die Überstundenkonten sind voll.

Regeln durchsetzen!

Die Unia fordert:

  • Der Kanton Graubünden muss dafür sorgen, dass die Beiner + Berther AG die geltenden Regeln und Gesetze einhält.
  • Es braucht sofortige Korrekturen beim Lohn, bei den Unterkünften, beim Essen und beim Gesundheitsschutz.
  • Und es braucht in den landwirtschaftlichen Betrieben regelmässige Kontrollen und Sanktionen für fehlbare Betriebe.

«Schinderei, Bschiss und Mafiamethoden»

Mehr Informationen und Bild-Material zu den Arbeitsbedingungen beim skrupellosen Schweizer Beerenproduzenten gibt es in eindrücklicher Weise in «work», der Zeitung der Gewerkschaft.