Kälte und Nässe auf dem Bau

Kälte und Nässe auf dem Bau

Stopp bei Gefahr wegen Schlechtwetter

Grosse Kälte, vereiste Böden und Gerüste, Schnee und nasskalte Witterung erhöhen die Unfallgefahr und schaden der Gesundheit der Bauarbeiter.

Es gilt: Stopp bei Gefahr!

Der Landesmantelvertrag (LMV) sagt: «Bei Witterungsbedingungen, welche die Gesundheit der Arbeitnehmenden gefährden [...] (wie bei Regen, Schnee, Blitzschlag, grosser Kälte), sind Bauarbeiten im Freien zu unterbrechen.» Und: Die Bauarbeiter müssen mitreden können, wann die Arbeit – zum Schutz ihrer Gesundheit – eingestellt werden muss. Es gilt: Stopp bei Gefahr!

Es ist aber auch klar: Der Landesmantelvertrag muss in
diesem wichtigen Punkt verbessert werden. 2022 haben wir die Chance, dies in den LMV-Verhandlungen zu erreichen!

  • Es braucht klare Kriterien, wann die Arbeit bei gefährlichem Schlechtwetter und extremer Hitze eingestellt werden muss.
  • Gegen Stundenklau: Schlechtwetter ist nicht die Schuld der Bauarbeiter und soll nicht nur mit Überstunden kompensiert werden. Die Firmen sollen die Versicherung benutzen (ALV), wofür wir monatlich bezahlen!

LMV-Kampagne 2022

Arbeitgeber muss Arbeiter schützen

Das Gesetz sagt: Der Arbeitgeber ist für die Gesundheit der Arbeiter verantwortlich. Er muss bei gesundheitsschädigendem Wetter die Arbeiten einstellen.

Die neue Bauarbeitenverordnung gibt die Sicherheitsregeln auf Baustellen vor: «Bei Arbeiten bei Sonne, Hitze und Kälte sind die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu treffen.» Der Bundesrat hat die neue Verordnung im Juni 2021 verabschiedet, sie ist seit 1. Januar 2022 in Kraft.

Sicherheits-Charta für den Bau

Die Sicherheits-Charta sagt: «Wenn nötig unterbrechen wir die Arbeiten und sagen STOPP.» Für die Bauleiter heisst das konkret: «Bei schweren Sicherheitsmängeln stelle ich die Arbeiten unverzüglich ein.» Auch die Bauarbeiter können für ihre Sicherheit einstehen. Für sie gilt: «Bei schweren Sicherheitsmängeln unterbrecheich meine Arbeit und informiere sofort meine Kollegen und Vorgesetzten.»

Diese Charta für die Sicherheit auf dem Bau haben Planer, Bauausführende sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände zusammen mit der Suva lanciert.