Wegen Missständen bei Paketdienst: 100 Persönlichkeiten fordern Respekt für DPD-Kurier*innen

Die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller*innen von DPD sind miserabel. Das hat der Unia-Report «Das System DPD» im Februar aufgezeigt. Jetzt wenden sich 100 Schweizer Persönlichkeiten an den CEO von DPD Schweiz und fordern Respekt für die Kurier*innen. Die Unia verlangt von DPD sofortige Verhandlungen.

Die Missstände bei DPD sind massiv: überlange Arbeitstage, unbezahlte Überstunden, riesiger Stress. Gesetzliche Bestimmungen werden reihenweise nicht eingehalten. Obwohl Hunderte Fahrer*innen von DPD Verhandlungen gefordert haben, weigert sich das Unternehmen, mit den Arbeitnehmenden und der Gewerkschaft Unia an einen Tisch zu sitzen. Stattdessen schiebt DPD die Verantwortung auf die Dutzenden Subunternehmen, die im «System DPD» die direkten Arbeitgeber der Fahrer*innen sind.

Ein breiter gesellschaftlicher Aufruf

Jetzt schalten sich rund 100 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport ein. Sie unterstützen das nationale Komitee der DPD-Fahrer*innen und Logistiker*innen und richten einen offenen Brief an DPD-CEO Tilmann Schultze. Sie fordern, dass der Paketdienst die Gesetze einhält und DPD mit den Kurier*innen und ihrer Gewerkschaft über faire Arbeitsbedingungen verhandelt. Ihre Botschaft ist deutlich: «Gerne nutzen wir die Dienste von DPD, um Pakete nach Hause geliefert zu bekommen. Doch wir wollen, dass die Kurier*innen für ihre Arbeit korrekt entlöhnt und fair behandelt werden.»

Kein Profit mit Dumping

Die Einhaltung der Gesetze, Verhandlungen mit der Gewerkschaft und ein Ende der Repression gegen die Arbeitnehmenden seien «das absolute Minimum, das die Paket-Lieferanten und Logistikerinnen zurecht erwarten», sagt Unia-Präsidentin Vania Alleva, die den offenen Brief initiiert hat. DPD, ein Tochterunternehmen der französischen Post, dürfe nicht mit unlauteren Dumpingmethoden Profite einfahren, bekräftigt Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschafsbundes und Nationalrat, der Ende März im Parlament eine Interpellation zu den Missständen bei DPD eingebracht hat.

Gregor, ein Paketkurier vom Komitee «Respect@DPD», fügt hinzu: «Momentan können wir uns als Gewerkschafter*innen bei DPD nicht zu erkennen geben, wenn wir unseren Job behalten wollen. Zuerst zahlen sie während Corona hunderttausende von Überstunden nicht – und jetzt will die DPD-Geschäftsleitung nicht einmal mit uns reden? Wir sind dankbar für die öffentliche Unterstützung, und werden uns weiterhin für unsere Rechte einsetzen.»

Verhandlungen jetzt!

Die Gewerkschaft Unia ist erfreut über den grossen gesellschaftlichen Rückhalt, den die Anliegen der Paketzusteller*innen haben. Sie verlangt von DPD unverzügliche Gespräche darüber, wie die Gesetzesverletzungen beendet werden können. Zudem müssen die Löhne für die in der Vergangenheit geleistete Gratisarbeit den Fahrer*innen nachbezahlt werden.