Schweizer OVS-Verkäuferinnen protestieren vor OVS-Hauptsitz in Venedig

Eine Delegation von Schweizer OVS-Verkäuferinnen hat sich nach Venedig Mestre begeben, um den OVS-Chef Stefano Beraldo an seine Verantwortung als Industriekapitän zu erinnern. Wenn ein Unternehmen Schiffbruch erleidet, rettet man die Passagiere, bevor man das sinkende Schiff verlässt. Die Passagiere, das OVS-Verkaufspersonal, fordern von der international tätigen Gruppe einen Sozialplan.

Nur wenige Monate nach dem Markteintritt in der Schweiz hat OVS Ende Juni seine 1180 Angestellten entlassen. Dies die grösste Massenentlassung, welche die Schweiz im Detailhandel jemals erlebt hat.

Die Gewerkschaft Unia hat wiederholt auf die Missstände hingewiesen, aber die Schweizer Franchisenehmerin Sempione Fashion mit OVS als Aktionärin, hat sich dem Gespräch stets verweigert.

Aktion in Venedig

Nun sind rund fünfzig Verkäuferinnen, die ihre Stelle in der Schweiz verloren haben, an den Sitz der OVS-Gruppe in Venedig Mestre gereist, um gegen die Verantwortungslosigkeit und Geringschätzung seitens CEO Stefano Beraldo zu protestieren. Sie fordern für die Angestellten der Schweizer Filialen einen Sozialplan, entsprechend demjenigen für die OVS-Angestellten in Österreich.

Als Schweizer Franchisenehmerin von OVS begründet Sempione Fashion den fehlenden Sozialplan mit fehlenden finanziellen Mitteln. Die für das Debakel verantwortliche OVS-Gruppe verfügt allerdings sehr wohl über die Mittel, um die entlassenen Angestellten zu entschädigen.

Mit Unterstützung der Unia fordern die Verkäuferinnen nun insbesondere eine Abgangsentschädigung entsprechend der Anzahl Dienstjahre, dem Alter und der Familiensituation sowie Hilfe bei der Stellensuche. Sie appellieren an die Verantwortung des internationalen Unternehmens, dessen Ruf auf dem Spiel steht.