Frührente in Gefahr: Schreinermeister spielen mit dem Feuer!

Bereits 2015 demonstrierten Schreiner*innen für die Frühpensionierung. (Bild: Manu Friederich)

Im Frühsommer haben sich die Sozialpartner des Schreinereigewerbes auf einen Gesamtarbeitsvertrag mit neu einem Vorruhestandsmodell geeinigt. Während die Mitglieder der Unia dem neuen Vertrag schnell zugestimmt haben, zögern die Schreinermeister mit ihrem «Ja». Sollten die Patrons den Vertrag morgen ablehnen, droht der Branche ein verheerender vertragsloser Zustand.

Nach langen und harten Diskussionen erzielten die Sozialpartner im Frühsommer einen Durchbruch: Die Verhandlungsdelegationen der Unia und des Schreinermeisterverbandes (VSSM) einigten sich auf ein Paket. Dieses besteht aus einem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und der Einführung des Vorruhestandsmodell (VRM) für das Schreinergewerbe.

Wichtiges Frührentenmodell

Das neue Frührentenmodell sieht vor, dass ältere Mitarbeitende entweder fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung das Pensum reduzieren können oder aber zwei Jahre früher in Rente gehen. Sie erhalten eine Überbrückungsrente von 60 Prozent.

Die Frührente für Schreiner*innen ist für die Angestellten wichtig und eine Errungenschaft der Branche: Es hilft einerseits, auch ältere Mitarbeitende länger in der Branche zu halten und ermöglicht diesen anderseits, gesund und in Würde in den Ruhestand zu treten.

Schreinermeister müssen dem Bekenntnis Taten folgen lassen

Nachdem die Schreiner*innen an der Berufskonferenz der Unia bereits Anfang Juli das Paket angenommen hatte, steht jetzt die Zustimmung des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) aus. Diese fällen ihren Entscheid morgen, am 17. November 2020. Nun deutet alles darauf hin, als würde der VSSM einen Rückzieher machen und einem Entscheid über das Paket aus dem Weg gehen oder ablehnen.

Die Unia erinnert den VSSM nochmals daran, dass der aktuelle GAV 2018-2020 befristet ist und Ende Jahr unwiderruflich ausläuft. Ohne ein bedingungsloses «Ja» zum Paket, bestehend aus neuem GAV und VRM tritt Anfang 2021 unweigerlich der vertragslose Zustand ein.

Die Unia ruft die Delegierten des Schreinermeisterverbandes auf, einen vertragslosen Zustand abzuwenden und sich zum gemeinsam verhandelten Ergebnis zu bekennen. Die Schreiner*innen sind bereit, für eine gesundes und würdevolles Leben im Alter zu kämpfen!