EU-Parlamentarier*innen fordern DPD zum Handeln auf

Die Chauffeur*innen von DPD erhalten Unterstützung aus dem EU-Parlament

24 Abgeordnete des EU-Parlaments fordern vom CEO der DPD-Muttergesellschaft GeoPost, dass die Missstände bei DPD sofort behoben werden.

Arbeitstage von bis zu 14 Stunden, fehlende Pausen, unbezahlte Überstunden, viel zu schwere Pakete: Die Liste der Missstände beim Paketdienst DPD ist lang. Die Unia hat dazu schon im Februar den ausführlichen Report «Das System DPD» vorgelegt.

Unterstützung aus dem EU-Parlament

Jetzt schalten sich EU-Parlamentarier*innen ein. In einem offenen Brief an Boris Winkelmann, CEO der DPD-Muttergesellschaft GeoPost, verlangen sie die Verbesserung der skandalösen Arbeitsbedingungen und die Respektierung der Gewerkschaftsrechte der Fahrer*innen. Sie unterstützen explizit den Kampf der Schweizer DPD-Chauffeur*innen und der Unia.

Unterzeichnet wurde der Brief von 24 Abgeordneten aus den Fraktionen der Linken, Sozialdemokraten, Grünen und Christdemokraten aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Griechenland und Dänemark.

Ein internationaler Skandal

Doch das Problem ist nicht auf die Schweiz beschränkt. Die DPD Gruppe ist die Nummer zwei im europäischen Zustellmarkt und in 23 europäischen Ländern präsent. Sie steuert rund einen Drittel zum Gewinn ihres Mutterhauses, der französischen Post, bei.

Mit der Billigkonkurrenz auf dem Rücken ihrer Fahrer*innen betreibe DPD eine wettbewerbswidrige Politik und Zerstöre alle sozialen Sicherheiten der Beschäftigten in der sowieso schon prekären Zustellbranche, schreiben die Abgeordneten.

Verhandlungen gefordert

«Wir europäsichen Abgeordneten fordern von Ihnen, dass Sie die antigewerkschaftliche Politik beenden und in Verhandlungen mit den organisierten Arbeitnehmenden eintreten», heisst es in dem Brief weiter, der heute in der renommierten französischen Tageszeitung «L’Humanité» veröffentlicht wurde.

Anfang März hatte die Unia gemeinsam mit französischen Gewerkschaften beim Sitz von GeoPost in Paris protestiert und auf die Probleme hingewiesen.

Öffentlicher Druck auch in der Schweiz

Am 15. April forderten 100 Schweizer Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft einen offenen Brief an den CEO von DPD Schweiz, Tilmann Schultze, gerichtet. Darin verlangen sie ebenfalls Respekt für die Fahrer*innen und die Aufnahme von Verhandlungen mit den Arbeitnehmdenden und der Unia.