LMV Bau 2022

Bauarbeiter auf Hausbaustelle

Der Landesmantelvertrag wird neu verhandelt: Packen wir die Probleme auf dem Bau an!

Der Landesmantelvertrag (LMV) regelt die Löhne und Arbeitsbedingungen für alle Bauarbeiter in der Schweiz. 2022 läuft er aus und muss zwischen den Bauarbeitern und ihren Gewerkschaften sowie dem Schweizerischen Baumeisterverband neu verhandelt werden. Die Verhandlungen beginnen Anfang 2022. Damit haben wir die Chance, die Probleme auf dem Bau anzupacken und Verbesserungen für alle zu erreichen.

Zunehmender Druck belastet unsere Gesundheit
Obwohl die Bauwirtschaft boomt, geht es den Bauarbeitern weniger gut: Eine grosse Umfrage aus dem Jahr 2019 hat gezeigt, dass unsere Gesundheit, Arbeitssicherheit und Arbeitsqualität unter dem wachsenden Zeitdruck leiden.

Auch deswegen verliert die Baubranche immer mehr gute Fachleute:

  • Jeder zweite gelernte Maurer verlässt die Branche.
  • Die Zahl der neuen Lernenden hat sich so gut wie halbiert.
  • Bereits heute fehlen hunderte von Polieren, Tendenz steigend.

So darf es nicht weitergehen!

Die Bauarbeiter haben abgestimmt

Die Bauarbeiter bestimmen ihre Forderungen selber. Die Unia hat dazu eine grosse Abstimmung auf den Baustellen durchgeführt. Von März bis Oktober 2021 haben über 15’000 Bauarbeiter und Poliere in allen Teilen der Schweiz daran teilgenommen!

Die Ergebnisse sprechen Klartext: Es braucht mehr Schutz für die Gesundheit der Bauarbeiter, faire Arbeitszeiten und ein Ende des Stundenklaus bei Reisezeit und Schlechtwetter!

Die wichtigsten Forderungen

Klare Regeln bei Schlechtwetter
Es braucht klare Kriterien, wann die Arbeit bei gefährlichem Schlechtwetter und grosser Hitze eingestellt werden muss.

Kürzere Arbeitstage
Die Arbeitstage auf dem Bau sind, besonders im Sommer, zu lang. Es braucht kürzere Arbeitstage.

Mehr Schutz für ältere Bauarbeiter
Bauarbeiter, die ihr Leben lang auf dem Bau hart gearbeitet haben, verdienen einen besseren Kündigungsschutz.

Voll bezahlte Reisezeit
Die Reisezeit soll voll bezahlt sein und bei langer Reisezeit muss die Arbeitszeit verkürzt werden.

Eine Woche mehr Ferien
Als Ausgleich zum steigenden Druck braucht es sechs Wochen Ferien für alle bis 50 und sieben Wochen ab 50 Jahren.

Bezahlte Pausen
Es braucht eine zusätzliche bezahlte Pause.

Am 27. November 2021 hat die Berufskonferenz Bau der Unia – das Parlament der Bauarbeiter – ihre Forderungen verabschiedet:

Poliere wollen klare Spielregeln und keine Gratisstunden mehr

Der Landesmantelvertrag (LMV) hat auch für die Poliere eine grosse Bedeutung. 2022 wird aber auch ihr Gesamtarbeitsvertrag – der Baukadervertrag – neu verhandelt. Das ist dringend nötig! Denn gerade die Poliere spüren den wachsenden Zeitdruck besonders stark.

Die Unia hat auch die Poliere gefragt, was ihre Hauptanliegen in den Vertragsverhandlungen sind.

Die wichtigsten Polier-Forderungen

  1. Keine Gratis-Arbeitszeit: Abschaffung der unbezahlten Vorbereitungszeit, die im Gesamtarbeitervertrag verankert ist.
  2. Erhöhung der Mindestlöhne, da sie heute realitätsfremd sind und zu wenig Schutz bieten.
  3. Der Baukadervertrag soll endlich für alle Firmen gelten und nicht nur für Firmen des Baumeisterverbands sowie Gewerkschaftsmitglieder (Allgemeinverbindlichkeit).

Auch für die Poliere braucht es Verbesserungen und zeitgemässe Arbeitsbedingungen!

Zusammenstehen für unsere Rechte!

Den Bauarbeitern in diesem Land wird nichts geschenkt! Ob Rente mit 60, bezahlte Ferien oder faire Löhne: Die Baumeister haben sich am Verhandlungstisch immer nur dann bewegt, wenn wir uns auf den Baustellen und auf der Strasse bewegt haben!

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Gewerkschaftsmitglied zu sein, hat auf dem Bau Tradition. Nur deswegen haben wir das, was wir heute haben. Und nur deswegen erreichen wir auch in Zukunft das, was uns zusteht!

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