LMV Bau 2022

Einigung auf dem Bau in der 9. Verhandlungsrunde

Das Verhandlungsresultat beinhaltet die Erneuerung des Vertrags auf der bisherigen Grundlage und eine Erhöhung aller Löhne um 150 Franken sowie eine Anpassung der Mindestlöhne um 100 Franken. Ebenfalls Teil des Resultats sind Vereinfachungen bei der Organisation der Arbeitszeit und Verbesserungen, welche die Attraktivität der Branche steigern.

Das vorliegende Resultat wird nun am 10. Dezember der Branchenkonferenz vorgelegt. Die Branchenkonferenz vereint delegierte Bauarbeiter aus der ganzen Schweiz. Die Baumeister werden ihrerseits das Resultat am 13. Januar 2023 ihren Delegierten vorlegen.

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Protesttage im Oktober und November

Videos und Bilder der Protesttage


Der Landesmantelvertrag wird neu verhandelt: Mehr Schutz und faire Löhne statt noch mehr abeiten für weniger Geld!

Der Landesmantelvertrag (LMV) regelt die Löhne und Arbeitsbedingungen für alle Bauarbeiter in der Schweiz. Ende Jahr läuft er aus, die Verhandlungen zwischen den Bauarbeitern und ihren Gewerkschaften sowie dem Schweizerischen Baumeisterverband laufen seit Februar.

Eine Lösung ist aber nicht in Sicht. Denn statt die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um die Gesundheit zu schützen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, fordern radikale Baumeister längere Tage, weniger Rechte für die Büezer und Lohnkürzungen für ältere Bauarbeiter.

Zunehmender Druck belastet unsere Gesundheit

Obwohl die Bauwirtschaft boomt, geht es den Bauarbeitern weniger gut: Eine grosse Umfrage aus dem Jahr 2019 hat gezeigt, dass unsere Gesundheit, Arbeitssicherheit und Arbeitsqualität unter dem wachsenden Zeitdruck leiden.

Auch deswegen verliert die Baubranche immer mehr gute Fachleute:

  • Jeder zweite gelernte Maurer verlässt die Branche.
  • Die Zahl der neuen Lernenden hat sich so gut wie halbiert.
  • Bereits heute fehlen hunderte von Polieren, Tendenz steigend.

So darf es nicht weitergehen!

Über 17'500 Bauarbeiter haben an einer grossen Abstimmung teilgenommen, um die Forderungen der Bauleute für die Neuverhandlung des LMV zu bestimmen. Sie fordern: Mehr Schutz, faire Löhne und keine unbezahlten Stunden bei Reisezeit!

Mehr als 15'000 Bauarbeiter haben am 25. Juni in Zürich klargemacht, dass sie keine Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen akzeptieren werden. Mehr Info

Radikale Baumeister fordern ein Arbeitszeitdiktat und drohen den LMV abzuschaffen!

Statt Lösungen zu bieten, kommen die Baumeister mit Drohungen. Konkret fordert der Baumeisterverband:

  • Abschaffung des Arbeitszeitkalenders: längere Tage, unplanbare und kurzfristig diktierte Arbeitszeiten nach dem Willen des Chefs, Arbeit auf Abruf.
  • Zusammen mit der Reisezeit soll die 58-Stunden-Woche normal werden – bis zwölf Stunden am Tag!
  • Ältere Bauarbeiter sollen in tiefere Lohnklassen eingestuft und schneller entlassen werden dürfen.
  • Möglichst viele LMV-Artikel abschaffen, weniger Rechte für die Bauarbeiter.

Ausserdem drohen die Baumeister damit, den LMV ganz auslaufen zu lassen, wenn die Bauarbeiter diese Verschlechterungen nicht akzeptieren.

Zusammenstehen für unsere Rechte – Protesttage Bau im Oktober und November

Für die Bauarbeiter ist klar: Es braucht mehr Schutz für die Gesundheit der Bauarbeiter, faire Arbeitszeiten und ein Ende des Stundenklaus bei Reisezeit und Schlechtwetter – dafür werden sie gemeinsam kämpfen!

In den letzten Wochen fanden auf Baustellen in allen Teilen der Schweiz Streikabstimmungen statt. Das Resultat ist eindeutig. Wenn die Baumeister nicht von ihren radikalen Forderungen abweichen, werden sich die Bauarbeiter wehren – vorerst mit Protesttagen an mehreren Orten im Land.

Den Bauarbeitern in diesem Land wird nichts geschenkt! Ob Rente mit 60, bezahlte Ferien oder faire Löhne: Die Baumeister haben sich am Verhandlungstisch immer nur dann bewegt, wenn wir uns auf den Baustellen und auf der Strasse bewegt haben!

Poliere wollen klare Spielregeln und keine Gratisstunden mehr

Der Landesmantelvertrag (LMV) hat auch für die Poliere eine grosse Bedeutung. 2022 wird aber auch ihr Gesamtarbeitsvertrag – der Baukadervertrag – neu verhandelt. Das ist dringend nötig! Denn gerade die Poliere spüren den wachsenden Zeitdruck besonders stark.

Die Unia hat auch die Poliere gefragt, was ihre Hauptanliegen in den Vertragsverhandlungen sind.

Die wichtigsten Polier-Forderungen

  1. Keine Gratis-Arbeitszeit: Abschaffung der unbezahlten Vorbereitungszeit, die im Gesamtarbeitervertrag verankert ist.
  2. Erhöhung der Mindestlöhne, da sie heute realitätsfremd sind und zu wenig Schutz bieten.
  3. Der Baukadervertrag soll endlich für alle Firmen gelten und nicht nur für Firmen des Baumeisterverbands sowie Gewerkschaftsmitglieder (Allgemeinverbindlichkeit).

Auch für die Poliere braucht es Verbesserungen und zeitgemässe Arbeitsbedingungen!

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Gewerkschaftsmitglied zu sein, hat auf dem Bau Tradition. Nur deswegen haben wir das, was wir heute haben. Und nur deswegen erreichen wir auch in Zukunft das, was uns zusteht! Bist du schon dabei?

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Hart verhandeln für faire Lösungen

Nico Lutz, Sektorleiter Bau der Unia, setzt sich im «Baublatt» mit den eskalierenden Verhandlungen zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags für den Bau, dem LMV, auseinander.

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Trotz Respekt gescheitert


Termindruck

Termindruck auf dem Bau: Gefahr für Gesundheit und Arbeitssicherheit

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