Die anwesenden Bauarbeiter, die aus allen Teilen der Schweiz an der Berufskonferenz im Freien teilgenommen haben, waren sich einig: Auf dem Bau zu arbeiten ist ein schöner und stolzer Beruf. Doch die Entwicklungen der letzten Jahre geben Grund zur Sorge.
Der Termin- und Zeitdruck nimmt immer stärker zu und darunter leiden die Gesundheit der Bau-Leute, ihre Arbeitssicherheit sowie nicht zuletzt die Qualität der Arbeit. Dies bestätigte bereits 2019 eine grosse Umfrage an der über 12'000 Bauarbeiter teilgenommen haben.
Die vielen Überstunden, die grossen und nur teilweise entschädigten Reisezeiten und die Arbeit am Wochenende belasten aber nicht nur die Gesundheit und das Familienleben der Bauarbeiter. Sie führen auch dazu, dass es immer schwieriger wird, die Fachkräfte von morgen für die Arbeit auf dem Bau zu begeistern.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
Ob die Trendwende hin zu mehr Fachkräften geschafft werden kann, hängt von den Realitäten auf den Baustellen ab. «Wir haben es in der Hand. Wenn wir die Zukunft unseres Berufs sichern wollen, dann braucht es auf den Baustellen Veränderungen», so einer der Delegierten. Ein anderer ergänzte: «Wenn wir unsere jüngeren Kollegen behalten wollen und auch künftige Generationen gewinnen wollen, dann braucht es mehr als nur schöne Worte.»
Aktuell läuft auf Baustellen in allen Regionen der Schweiz eine grosse Abstimmung mit der die Bau-Leute ihre prioritären Forderungen für die Neuverhandlung des Gesamtarbeitsvertrags – der so genannte Landesmantelvertrag – im nächsten Jahr bestimmen. Die Abstimmung läuft seit März und dauert bis Ende Oktober. Bisher haben über 10'000 Bauarbeiter teilgenommen.
Gewerkschaft Unia 2026