Lohnschere 2019/2020

Profit für die Aktionäre, Existenzängste bei den Angestellten

Rekordgewinne für die Aktionäre, Existenzängste für die Arbeitnehmenden: So lässt sich die Studie zum Lohngefälle in der Schweiz 2019 zusammenfassen.

Die Lohnschere-Studie analysiert 37 Schweizer Unternehmen, von denen 33 an der Börse kotiert sind. Neben der Lohnschere untersucht sie auch die Verteilung zwischen Kapital und Arbeit. Auch in diesem Jahr steht die EMS Chemie, das Unternehmen der Familie Blocher, unrühmlich an der Spitze. Der Konzern hat 2019 insgesamt 462 Millionen Franken an seine Aktionäre und mit 239 Millionen nur gut halb so viel an sein Personal ausbezahlt.

Durchschnittliche Lohnschere

Im Durchschnitt betrug das Verhältnis zwischen dem tiefsten und dem höchsten Lohn bei den untersuchten Konzernen 1 zu 148 (gegenüber 1 zu 142 im Vorjahr).

Lohnschere bei Roche

1 : 308 ist die Lohnschere bei Roche zwischen CEO Severin Schwan und dem Tiefstlohn.  Der CEO von Roche ist zugleich der Manager, der bei den missbräuchlichen Vergütungen obenaus schwingt. Er liess sich 15,1 Millionen Franken auszahlen.

Pharma und Banken

In der Pharma und bei den Banken ist die Lohnschere am grössten.
Sergio Ermotti erhielt von der UBS 12,5 Millionen. Tidjane Thiam bekam trotz seines skandalbedingten Abgangs von der Credit Suisse einen Jahreslohn von 10,7 Millionen und obendrauf eine Abgangsentschädigung von 30 Millionen.

Auszahlungen an Aktionäre so hoch wie nationale Corona-Hilfe

Die untersuchten Unternehmen haben gleich viel an ihre Aktionäre ausbezahlt, wie der Bund an Corona-Hilfe gesprochen hat. Einige Unternehmen schütteten Dividenden in Milliardenhöhe aus, obwohl sie Bundeshilfe bezogen.

Jährliche Studie der Unia

Die Unia publiziert jedes Jahr eine Studie zur Entwicklung der Lohnschere in der Schweiz. Dabei nimmt sie die Löhne der 37 grossen Schweizer Unternehmen unter die Lupe und vergleicht den höchsten Lohn (meist den des CEO) mit dem tiefsten Lohn im selben Unternehmen.