Ladenöffnungszeiten

Stress, Druck und Flexibilisierung der Arbeitszeiten – so sieht das traurige Schicksal der Angestellten im Verkauf aus. Das Parlament lehnte ein nationales Gesetz über die Ladenöffnungszeiten ab  – nun heisst es, auf kantonaler Ebene gegen überlange Arbeitstage und für gute Arbeitsbedingungen für das Personal im Verkauf zu kämpfen.

Die Unia hat das LadÖG von Anfang an bekämpft. Am 6. Juni 2016 hat auch das Parlament das Gesetz über die Ladenöffnungszeiten endgültig begraben. Es hätte die Arbeitsbedingungen des Personals im Verkauf massiv verschlechtert und den Kantonen Ladenöffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr an Werktagen und von 6 bis 18 an Samstagen vorgeschrieben.

Jeden Tag bis 20 Uhr arbeiten? Verkaufspersonal sagt Nein!

Die Behörden interessieren sich nicht dafür, was längere Ladenöffnungszeiten für das Personal bedeuten. Wir schon! Die Unia hat im ersten Halbjahr 2015 eine breite Befragung der Angestellten im Detailhandel durchgeführt. Es zeigte sich deutlich, dass Verkäuferinnen und Verkäufer keine Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten wollen.

Mobilisierung war erfolgreich

Während mehreren Monaten hat sich das Verkaufspersonal der Unia gegen die Ausdehnung der Öffnungszeiten eingesetzt: sie schrieben Politiker/innen, brachten die Umfrage der Unia über die Ladenöffnungszeiten in Umlauf und gründeten Gruppen, die sich aktiv gegen die Ausdehnung der Öffnungszeiten wehrten. Diese Mobilisierung hat sich gelohnt.

Handeln für die Zukunft

Trotz dieses Sieges ist das Verkaufspersonal nicht vor einer weiteren Ausdehnung der Arbeitszeiten geschützt. Lange Arbeitstage und kleine Löhne sind in der Branche allzu oft Realität. Die Unia setzt sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern der Verkaufsbranche für bessere Arbeitsbedingungen ein.

Die meisten Betroffenen sind Frauen

Immer längere Öffnungszeiten kommen häufig in Tieflohnbranchen vor. Ungefähr 20% der Working Poor arbeiten im Bereich Verkauf. 50'000 Personen verdienen hier weniger als 4000 Franken, 40'000 von ihnen sind Frauen. Bei einer Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten geraten diese Menschen – insbesondere Alleinerziehende – in schwierige Situationen.

Lassen wir uns nicht täuschen!

Sämtliche Studien belegen, dass eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten nicht die gewünschte Wirkung hat:

  • Es werden keine neuen Stellen geschaffen. Vielmehr werden grosse Geschäfte gegenüber kleinen Läden begünstigt.
  • Längere Öffnungszeiten haben keinen Einfluss auf den Einkaufstourismus im Ausland. Der Grund dafür liegt im starken Franken und nicht in den Öffnungszeiten.

Regulierung statt Deregulierung

Jede Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten erfordert eine Erhöhung oder Flexibilisierung der Arbeitszeiten der Angestellten. Deshalb ist die Unia grundsätzlich dagegen. Gegen diese organisierte Verschlechterung der Arbeitsbedingungen fordert die Unia einen allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für den Detailhandel. Nur ein GAV, der für alle gilt, kann endlich bessere Löhne und anständige Arbeitszeiten für das Verkaufspersonal garantieren.

Schutz durch einen Gesamtarbeitsvertrag ist nötig

Als Schutz gegen überlange Arbeitstage und bessere Arbeitsbedingungen fordert die Unia einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für den Detailhandel. Ein Branchen-GAV ermöglicht eine Verbesserung ungenügender Löhne und annehmbare Arbeitszeiten. Damit die den GAV durchsetzen kann, braucht es Gewerkschaftsmitglieder aus dem Detailhandel. Durch Ihren Beitritt können Sie die Verhandlungsposition der Unia stärken. Werden Sie hier Mitglied!